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Fortbildung: So werden Sie den Anforderungen aus dem Unionszollkodex gerecht

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Fortbildungsplanung

Mit dem Unionszollkodex wurden die Anforderungen an die fachliche Qualifikation deutlich erhöht. Sie sollten diese Neuerung bei Ihrer jährlichen Fortbildungsplanung berücksichtigen.

Verankert sind diese verschärften Voraussetzungen in den gesetzlichen Anforderungen, die seit dem 1.5.2016 an Zugelassene Wirtschaftsbeteiligte (AEO) gestellt werden.

Vor Erteilung eines AEO-Zertifikats (und auch während des entsprechenden Monitorings) wird die Zollverwaltung nun deutlich intensiver auf die innerbetriebliche Organisation und vor allem auf die eingesetzten Mitarbeiter blicken.

Ausreichende Befähigung ist nun Grundvoraussetzung

Die Zollbehörden verlangen konkret, dass „ausreichende berufliche und praktische Befähigungen vorhanden sind, die in unmittelbarem Zusammenhang mit den ausgeübten Tätigkeiten stehen“.

Auch als Nicht-AEO sind Sie betroffen

Auch als Nicht-AEO sind Sie von diesen verschärften Voraussetzungen unmittelbar betroffen. Halten Sie eine zollrechtliche Bewilligung (z. B. für das zollrechtliche Anschreibeverfahren), werden Sie de facto wie ein AEO behandelt werden.

Konkret bedeutet das: Sie müssen als Bewilligungsinhaber die AEO-Anforderungen erfüllen, auch was die Aus- und Weiterbildung Ihrer Mitarbeiter betrifft. Das AEO-Zertifikat dürfen Sie aber natürlich nur dann führen, wenn Sie den formellen Zertifizierungsprozess durchlaufen haben.

Übersicht: Lassen Sie diese Kernelemente in Ihr „Weiterbildungskonzept Exportkontrolle“ einfließen

Maßnahme

Beschreibung

Weiterbildungsbedarf ermitteln

Weiterbildungsbedarf im Bereich Exportkontrolle resultiert im Wesentlichen aus 2 Gründen:

  1. Schwachstellen: Aktuelle Probleme und ineffiziente Prozesse können Hinweise auf Weiterbildungsbedarfe liefern. Oft wissen auch Ihre Mitarbeiter, wo Qualifizierungsbedarf besteht. Werden Schwachstellen bei Prüfungen oder Kontrollen durch den Zoll oder das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle ersichtlich, sollten Sie unmittelbar reagieren.
  2. Veränderungen: Interne Veränderungen (z. B. neue Geschäftsmodelle, neue Produktionsstandorte, neue Produkte, neue Lieferrelationen, neue Projekte etc.) sowie externe Veränderungen (z. B. neue Gesetze, Rechtsprechung, Verwaltungsanweisungen etc.) machen Weiterbildungsmaßnahmen erforderlich.

Weiterbildungsbedarf, den Sie selbstverständlich zunächst aus der Sicht Ihres Unternehmens analysiert haben, müssen Sie nun auf die einzelnen Mitarbeiter der Exportkontrolle übertragen. Stellen Sie sich dazu die folgende Frage: Welcher Mitarbeiter sollte welche zusätzlichen Kompetenzen erwerben?

Qualifizierungsmaßnahmen planen

Legen Sie nun fest, wie Sie den ermittelten Weiterbildungsbedarf in konkrete Weiterbildungsmaßnahmen überleiten:

  1. Weiterbildungsziel: Übertragen Sie die zu erwerbenden Kompetenzen in Fähigkeiten, die der jeweilige Mitarbeiter erlernen soll. Als Ergebnis erhalten Sie konkrete Inhalte, die in Ihrer Detaillierung mit den Weiterbildungsangeboten übereinstimmen.
  2. Weiterbildungsform: Legen Sie nun fest, anhand welcher Weiterbildungsform (z. B. Seminar, Training on the Job, Inhouse-Schulung, Fernlehrgang etc.) das Weiterbildungsziel erreicht werden soll. In diese Betrachtung müssen Sie regelmäßig auch zeitliche und finanzielle Aspekte einbringen.
  3. Weiterbildungsangebot: Verschaffen Sie sich nun einen Überblick über den Weiterbildungsmarkt im Bereich der Exportkontrolle. Welcher Anbieter stellt die bevorzugten Inhalte in der ausgewählten Weiterbildungsform bereit?
  4. Weiterbildungsmaßnahme: Wählen Sie nun das für Sie passende Produkt aus. Entscheidende Argumente sollten sein:
  • Werden alle erforderlichen Inhalte abgedeckt?
  • Bewegt sich der Preis innerhalb des Kostenrahmens?
  • Sind Termin und Dauer der Maßnahme passend?
  • Können Zertifikate oder Abschlüsse erworben werden?

Transfer des Qualifizierungsergebnisses in das Unternehmen

Durch die Qualifizierungsmaßnahme hat Ihr Mitarbeiter Wissen erworben. Dieses Wissen gilt es nun, ins Unternehmen zu transferieren:

  1. Bewertung der Weiterbildungsmaßnahme: Holen Sie unmittelbar nach der Qualifizierungsmaßnahme eine Rückmeldung von Ihrem Mitarbeiter ein (z. B. im persönlichen Gespräch oder durch einen Fragebogen). Lassen Sie diese Erkenntnisse in die künftige Planung einfließen.
  2. Umsetzung des Gelernten: Klären Sie mit Ihrem Mitarbeiter ab, inwieweit die gewonnenen Informationen zu Änderungen der Arbeitsabläufe führen sollten. Haben die Erkenntnisse der Qualifizierungsmaßnahme Auswirkungen auf weitere Teammitglieder, sollte Ihr Mitarbeiter das gewonnene Wissen aufbereiten und präsentieren.

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