Einfuhranmeldung: Auf Anhieb reibungslos registrieren

Einfuhranmeldung: Auf Anhieb reibungslos registrieren

Kauft man Waren aus Drittländern ein, ist für diese Waren eine Einfuhrzollanmeldung durchzuführen, um sie zollrechtlich abzufertigen. Diese Regelung gilt noch bis zum 30.6.2021 erst ab einem Warenwert von 22 € oder einem Gewicht von 1.000 kg. Welche Daten danach für die Einfuhranmeldung benötigt werden und wie man sich auf die Erstellung vorbereitet, lesen Sie hier.

Ab dem 1.7.2021 fällt die 22-Euro-Schwelle und auch bei Sendungen unter diesem Wert müssen dann Zollanmeldungen durchgeführt werden. Aufgrund dieser Regelung müssen viele Unternehmen ab diesem Datum erstmalig Zollanmeldungen durchführen. Grund genug, sich schon jetzt einmal näher mit diesem Thema zu befassen.

Entscheidungshilfe: Inhouse oder Outsourcing?

Bei dieser Entscheidung spielen viele Faktoren mit, dazu gehören z. B.:

  • Wie hoch ist die Anzahl der betreffenden Einfuhranmeldungen pro Monat?
  • Welche Planung gibt es für die Zukunft? Ist mit vermehrten Einfuhren zu rechnen?
  • Sind Vorkenntnisse in diesem Bereich vorhanden?
  • Bestehen ausreichend Personalkapazitäten?
  • Lässt sich ein Zolldienstleister mit einem entsprechenden Zeitkontingent finden? Gerade aufgrund des Brexits nehmen einige Zolldienstleister derzeit keine neuen Kunden an.
Tipp: Es ist empfehlenswert, anfallende Kosten und Kapazitäten bei einem Zolldienstleister/Spediteur anzufragen. Dazu fragt dieser auch nach der voraussichtlichen Anzahl der Einfuhranmeldungen in einem bestimmten Zeitraum (pro Monat/Jahr). Haben Sie z. B. nur 1−2 Einfuhrsendungen im Jahr, lohnt es sich meist gar nicht, sich mit dem komplexen Thema im Unternehmen auseinanderzusetzen. Haben Sie hingegen viele Einfuhranmeldungen, lohnt sich die Einarbeitung eines Mitarbeiters in diesen Aufgabenbereich auf jeden Fall.

Diese Unterlagen benötigt Ihr Zolldienstleister 

Je nach Dienstleister können die Unterlagen/Details variieren. Einige Angaben sind auch nur bei der erstmaligen Beauftragung anzugeben. Die wichtigsten Anforderungen sind in der nachfolgenden Checkliste zusammengefasst. Stellen Sie diese Daten und Unterlagen für Ihren Zolldienstleister zusammen

  • Unternehmensdaten wie Adresse, Kontaktdaten und Ansprechpartner
  • Ihre EORI-Nummer
  • Empfangsort der Warenlieferung
  • Warenbeschreibung
  • Zolltarifnummer
  • Aufschlüsselung der Gewichte und Anzahl und Art der Packstücke
  • Firmenname, Anschrift und Land des Lieferanten
  • auf welchem Transportmittel die Ware transportiert wurde, z. B. per Lkw
  • Ankunftstermin der Ware
  • Rechnung (Handelsrechnung oder aber eine Pro-forma-Rechnung)
  • Lieferschein oder Packliste
  • Informationen zu eventuellen Aufschubkonten für Zölle und Einfuhrumsatzssteuer
  • Angabe, ob Ihr Unternehmen über zollrechtliche Bewilligungen verfügt
  • Unterlagen Ihres Frachtführers wie z. B. bei Lkw-Versand ein CMR oder bei Luftfracht eine AWB

Um die elektronische Einfuhranmeldung zu erstellen, nutzen Sie den Link: www.einfuhr.internetzollanmeldung.de. Starten Sie hier mit der Eingabe Ihrer Daten. Zusätzliche Software zu installieren ist nicht notwendig. Im Gegensatz zur ATLAS-Ausfuhr benötigen Sie für diese Anwendung weder ein Elster-Zertifikat noch spezielle Einlog-Daten. Sie können direkt mit der Eingabe Ihrer Daten beginnen. Überprüfen Sie im Anschluss alle gemachten Angaben nochmals.

Tipp: Haben Sie in der Einfuhranmeldung Ihre Kopfdaten eingegeben, sollten Sie Ihre Daten als XML-Datei speichern. So vermeiden Sie, dass Sie diese später erneut eingeben müssen. Beginnen Sie erst nach der Speicherung mit der Eingabe der einzelnen Positionsdaten.

Sind Sie auf der letzten Seite des Formulars angelangt, können Sie Ihre Kopf- und Positionsdaten ausdrucken (in doppelter Ausfertigung). Nach dem Drucken ist eine Änderung der Daten nicht mehr möglich. Stellen Sie fest, dass der Ausdruck fehlerhafte Daten enthält oder Angaben fehlen, müssen Sie erneut eine Anmeldung ausfüllen.

Für Ihre Zollabfertigung beim zuständigen Zollamt sind neben der ausgedruckten Einfuhranmeldung in der Regel noch zusätzlich diese Daten/Dokumente vorzulegen:

  • Handelsrechnung Ihres Lieferanten – diese ist ohne ausländische Umsatzsteuer ausgestellt.
  • Bei einem Warenwert von mehr als 20.000 € ist zusätzlich eine Zollwertanmeldung erforderlich.
  • Ihre EORI-Nummer

Mit guter Vorbereitung spart sich wertvolle Zeit

Bevor Sie mit der Eingabe Ihrer Einfuhranmeldung beginnen, legen Sie sich alle erforderlichen Unterlagen bereit. So brauchen Sie während der Eingabe nicht lange nach den relevanten Daten zu suchen. Die meisten Daten, die für die Eingabe benötigt werden, lassen sich aus der Rechnung des Lieferanten und dem dazugehörigen Lieferschein oder der Packliste ablesen. Bei einem Warenwert über 20.000 € fertigen Sie vorab die Zollwertanmeldung an. Dies ist notwendig, da Sie in der Einfuhranmeldung auch den Zollwert der Warenlieferung angeben müssen.

So ermitteln Sie den Zollwert für Ihre Ware

In der Zollwertermittlung kalkulieren Sie den Zollwert Ihrer Waren, die Sie in den zollrechtlich freien Verkehr der Europäischen Union überführen möchten. Zur Berechnung des Zollwerts gibt es 6 verschiedene Methoden.

  • Transaktionswertmethode
  • Berücksichtigung des Zollwertes gleicher Waren
  • Berücksichtigung des Zollwertes gleichartiger Waren
  • deduktive Methode } Methode des errechneten Wertes
  • Schlussmethode

Startend mit der Transaktionswertmethode, müssen Sie den Zollwert in der genannten Reihenfolge der Methoden ermitteln.

In der Praxis bedeutet das: Sie wenden die jeweilige Methode nur dann an, wenn es Ihnen nicht möglich ist, den Zollwert mit der vorhergehenden Methode zu ermitteln. Die am häufigsten verwendete Methode ist die Transaktionswertmethode. Wie sich der Zollwert anhand dieser Methode berechnen lässt, findet sich am Ende des Artikels. Klären Sie außerdem ab, ob Sie den Rechnungspreis als Basis für Ihre Berechnung verwenden können. Dazu gehören diese Voraussetzungen:

  • Ihr Unternehmen und das des Lieferanten sind nicht miteinander verbunden.
  • Zusätzliche Leistungen, deren Wert nicht bestimmt werden kann, werden nicht erbracht.
  • Bezüglich der Verwendung und des Gebrauchs der Ware bestehen keine Einschränkungen.

Kalkulationsschema zur Ermittlung Ihres Zollwerts

Rechnungspreis/Barverkaufspreis (dies ist der Nettopreis abzüglich der Skonti und Rabatte)

+ Kosten, die Ihnen als Käufer zusätzlich entstanden sind und gesondert berechnet werden, z. B. Maklerkosten oder Verpackungskosten

+ Lizenz- und Nutzungsgebühren, die im direkten Zusammenhang mit der eingeführten Warenlieferung stehen

+ bestimmte Kosten für Materialbereitstellungen und bereitgestelltes im Ausland „erarbeitetes“ Know-how zur Produktion der Einfuhrware

+ Beförderungs- und Versicherungskosten bis zum Ort des Verbringens in das Zollgebiet der Europäischen Union, wie z. B. Fracht- oder Entladekosten, Montage- und Einrichtungskosten im Land des Käufers (Eine getrennte Ausweisung auf der Rechnung ist notwendig.)

– Kreditzinsen für einen Kredit des Verkäufers an Sie

– Lagerkosten, z. B. für die Lagerung im Zolllager

– bereits im Rechnungspreis enthaltene Beförderungskosten innerhalb des Gemeinschaftsgebiets

= Zollwert

Grundregel

Der Zollwert wird an der EU-Grenze, dem Verbringungsort, festgestellt. Alle Kosten, die außerhalb der EU entstanden sind und noch nicht im Rechnungspreis enthalten sind, müssen hinzugerechnet werden. Sind die Kosten allerdings innerhalb der EU entstanden und bereits im Rechnungspreis enthalten, ziehen Sie diese ab. In der Praxis kommt bei der Zollwertberechnung immer wieder die Frage auf, welche Frachtkosten jetzt abgezogen und welche hinzugerechnet werden müssen.

+ Incoterms® der E- und F-Gruppe: Rechnen Sie die Frachtkosten hinzu.

– Incoterms® der C- und D-Gruppe: Frachtkosten, die über den Verbringungsort hinausgehen, müssen Sie abziehen.