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Auf einen Blick: So unterscheiden Sie die verschiedenen Akkreditivarten

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Akkreditiv

Das Akkreditiv gehört zu den sichersten Zahlungsbedingungen im internationalen Handel. In der Praxis begegnen Ihnen verschiedene Arten von Akkreditiven. Die Bedeutung der einzelnen Möglichkeiten der Akkreditivabwicklung finden Sie auf einen Blick in der folgenden Tabelle.

Merkmale nach verschiedenen Kriterien

Merkmal

Bedeutung

Nach der Sicherheit

Unwiderrufliches Akkreditiv (Irrevocable Letter of Credit)

Ein Akkreditiv ist nach den Einheitlichen Richtlinien und Gebräuchen für Akkreditive (ERA 600) grundsätzlich unwiderruflich. Es liegt somit ein abstraktes, bedingtes Schuldversprechen der Bank des Importeurs (Ihres Kunden) vor, das unwiderruflich, also rechtlich bindend ist. Änderungen sind nur mit dem Einverständnis aller Beteiligten des Akkreditivgeschäfts möglich. Dies sind zum einen Ihr Kunde (Importeur), Sie als Exporteur und die Akkreditivbank.

Unbestätigtes Akkreditiv (Nonconfirmed Letter of Credit)

Ist ein Akkreditiv unbestätigt, haftet die Bank des Importeurs – auch Akkreditivbank genannt – für die Zahlung des Kaufpreises. Sie gibt Ihnen also ein abstraktes Zahlungsversprechen. Ein politisches Risiko ist durch diese Akkreditivform nicht abgesichert, da im Fall eines Krieges auch eine Bank in dem Empfängerland möglicher-wiese nicht mehr zahlen kann.

Bestätigtes Akkreditiv (Confirmed Letter of Credit)

Durch eine Akkreditivbestätigung können Sie als Exporteur zusätzlich zu dem Versprechen der Auslandsbank ein zweites abstraktes Zahlungsversprechen erhalten. Die bestätigende Bank haftet dann genauso wie die Akkreditivbank für die Zahlung des Kaufpreises (natürlich nur sofern Sie alle Bedingungen des Akkreditivs erfüllen und die geforderten Dokumente akkreditivkonform erstellt wurden). Die bestätigende Bank erhebt hierfür Gebühren, die aber in den meisten Fällen gut angelegtes Geld sind.

Nach der Benutzbarkeit

Sichtakkreditiv (Sight Payment)

Sofern die Akkreditivbedingungen eingehalten worden sind, erfolgt die Zahlung beim Sichtakkreditiv nach Einreichung und Prüfung der vorgeschriebenen Dokumente. Die Zahlung erfolgt somit Zug um Zug. Den Banken wird für die Prüfung der Dokumente eine angemessene Prüfungszeit zugestanden (in der Regel nicht mehr als 5 Werktage nach Erhalt der Dokumente).

Akkreditiv mit Zahlungsziel (aufgeschobener Zahlung – Deferred Payment)

Im Rahmen des Akkreditivs haben Sie Ihrem Kunden ein Zahlungsziel gewährt (z. B. 30 Tage nach Versanddatum). Nach Vorlage und Prüfung der Dokumente bei der Bank gibt diese eine verbindliche Zusage ab, am Fälligkeitstag die Zahlung an den Begünstigten (Sie als Exporteur) zu leisten.

Akzeptakkreditiv (Acceptance Letter of Credit)

Als Exporteur erhalten Sie als Sicherheit für das dem Importeur gewährte Zahlungsziel ein Bankakzept (Wechsel) in Höhe des Akkreditivbetrags. Durch Diskontierung des Wechsels können Sie sofort über den Gegenwert verfügen.

Neogoziierungsakkreditiv (Negotiation Letter of Credit)

Hierbei handelt es sich um ein Dokumentenakkreditiv, bei dem die eröffnende Bank eine Bank benennt, die zur Negoziierung (Ankauf) von Sichttratten oder Nachsichttratten und/oder Dokumenten berechtigt ist.

Sonderformen

Übertragbares Akkreditiv (Transferable Letter of Credit)

Diese Form soll die Flexibilität des internationalen Handels erhöhen. Bei einem übertragbaren Akkreditiv kann der Begünstigte die zur Zahlung ermächtigte Bank beauftragen, den Akkreditivbetrag als Ganzes oder teilweise auf einen anderen Begünstigten zu übertragen.

Nicht übertragbares Akkreditiv (Nontransferable Letter of Credit)

Bei einem nicht übertragbaren Akkreditiv kann die zur Zahlung beauftragte Bank den Akkreditivbetrag nur an den Begünstigten auszahlen. Beachten Sie aber, dass Zahlungsansprüche aus einem nicht übertragbaren Akkre-ditiv vom Begünstigten dennoch abgetreten werden können, falls das geltende Recht dies zulässt.

Revolvierendes Akkreditiv (Revolving Letter of Credit)

Diese Form des Akkreditivs bietet sich an, wenn regelmäßig gleichartige Waren an denselben Importeur ver-kauft werden. Revolvierende Akkreditive füllen sich automatisch wieder auf, das kann nach jeder Ausnutzung bis zu einem bestimmten Höchstbetrag in bestimmten Zeitabständen stattfinden. Sie ersparen sich somit, für jede Lieferung ein neues Akkreditiv auszustellen.

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